Reisen

Schlosshotel Thurnau

Hallo liebe Reisebegeisterte:

 

Heute möchte ich euch etwas ganz Besonderes vorstellen: das Hotel aus meinem „Sommerurlaub“. Da dieses Jahr leider nicht das Geld für eine große Reise drin war und der Umzug im Herbst schon sehnlichst erhofft wurde, haben wir dieses Jahr leider keinen großen Sommerurlaub machen können. Umso mehr freute ich mich, dass meine Mutti ihren Reisegutschein mit mir zusammen einlösen wollte. Ich hatte ihr zum Geburtstag einen Gutschein für einen Trip zur Hälfte der Strecke zu mir nach Hause (meine Mutti wohnt knapp 700km entfernt von mir) geschenkt, mit dem sie eine Reise nach Thurnau unternehmen kann. 2 Nächte, sprich 3 Tage kann sie in Thurnau bleiben und sich ein paar schöne Tage machen. Ich freute mich riesig, denn nach einer bestandenen Abschlussprüfung konnte ich so ein paar freie Tage mit meiner Mutti genießen und feiern.

Doch auf diesen Gutschein bin ich natürlich nicht zufällig gestoßen, sondern über Groupon.de habe ich das Schlosshotel Thurnau gefunden und mich dann für diesen Gutschein entschieden, weil es eben in der Mitte zwischen meiner Mutti und mir liegt.

Vielleicht reist ihr aber auch ohne einen Gutschein nach Thurnau? Dann vielleicht auch ins Schlosshotel? Ob sich das lohnt und ob es noch andere schöne Dinge in der Gegend von Thurnau gibt, das und mehr erfahrt ihr in meinem weiteren Erfahrungsbericht.

 

=== Allgemeines zum Hotel ===

Zimmer: 15 Standardzimmer und eine Juniorsuite
Preis: ca. 49 Euro pro Nacht (von Saison zu Saison unterschiedlich)

Adresse: www.schlosshotel-thurnau.de
Schloss Thurnau
Gastronomie und Service GmbH
Marktplatz 1
95349 Thurnau
Tel. (09228) 95 42 20
Fax (09228) 95 42 18
E-Mail: info@schlosshotel-thurnau.de
Sprachen: Deutsch, Englisch

Angebote des Hotels: Parkplatz direkt am Schloss, Ermäßigungen auf Theateraufführungen im Schloss

 

=== Lage & Die Umgebung ===

Thurnau ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach und liegt am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz mitten im Städtedreieck Kulmbach-Bayreuth-Bamberg an der Autobahn A 70.“

 

Postleitzahl: 95349

Einwohnerzahl: 4249

Vorwahl: 09228

Gültige KFZ- Kennzeichen: KU, EBS, SAN

 

Mit seiner tollen Altstadt ist Thurnau selbst die Sehenswürdigkeit in der Region.

Viel erleben kann man auf (Rad-) Wanderwegen der Fränkischen Schweiz und die Kultur kommt in Thurnau selbst und im nahe gelegenen Kulmbach nicht zu kurz.

Die Umgebung ringsum um Thurnau sollte nicht mit dem Auto, sondern lieber mit Fahrrad, E-Bike oder zu Fuß erkundet werden.

 

=== Die Geschichte um das Schloss Thurnau ===

Wir bekamen durch den Sonderwunsch meiner Mutti (dazu könnt ihr unter dem Punkt Service mehr lesen) eine Schlossführung und hierzu möchte ich ein Lob an unsere Fremdenführerin und an das Hotel loswerden. Doch unter diesem Punkt möchte ich euch „nur“ die Geschichte des Schlosshotels in Thurnau darstellen. Dies versuche ich größtenteils aus meinen Notizen zu nehmen, aber ich werde auch Teile nachlesen müssen. Da auf dem Internetauftritt des Schlosshotels zur Geschichte nur 1 Satz steht, werde ich euch diese ein wenig ausführlicher darstellen.

 

Alles hat mit den Rittern von Förtsch im 13. Jahrhundert begonnen, hier wurde die Kemenate des Schlosses erbaut und bildet somit den ältesten Teil des Schlosses. Zwischen den Jahren 1430 und 1477 folgten weitere Bauten um die Kemenate drum herum, welche das Schloss erweiterten und somit den Reichtum der Förtsch darstellten. Als die Ritter Förtsch ihren Reichtum durch Kriege und anderen Auseinandersetzungen verloren, ging das Schloss an die Familien Künsberg und Giech über. Die beiden Familien zerstritten sich, kurz nachdem sie im Schloss lebten und trennten von nun an das Schloss. Die beiden Familien bauten am dem Jahr 1576 verschiedene Teile an, die die gleiche Funktion hatten. Zum Beispiel Wachtürme und Bettenräume. Da die Giechs in ihrem Stand gehoben worden sind, hatten sie nun den nötigen Reichtum den Künsbergs ihren Teil des Schlosses abzukaufen und somit begann die „Giechsdynastie“ für das Schloss Thurnau. Die Giechs bauten mehrere weitere Teile an, so z.B. den Teesaal, den Schünburgsaal mit den Landschaftstapeten.

Da Friedrich Karl Giech keine direkten Nachkommen besaß, ging das Schloss 1938 an die Familie Hiller von Gaertringen über. Seit 1970 befindet sich das Schloss in staatlicher Hand und wird seitdem mehreren Restaurierungen unterzogen, so dass der Wert des Schlosses Thurnau noch lange erhalten bleibt.

 

Heute wird das Schloss zum einen vom Schlosshotel Thurnau und auf der anderen Seite vom Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth genutzt.

 

=== Ambiente im Schlosshotel ===

Von außen macht das Schloss wirklich etwas her. Man sieht, dass immer wieder angebaut wurde und ab und zu ist auch heute noch eine Baustelle im Weg. Der Eingang, der durch einen Rundbogen erfolgt, macht ein sehr rustikales und eben ein richtiges Schlossflair. Dieses Ambiente setzt sich fort, da man durch den Innenhof durch muss, um zu der Tür „Rezeption“ zu gelangen. Wenn man diese schwere Holztür einmal auf hat, traut man seinen Augen nicht mehr und man versucht in den früheren Geschichtsbüchern rum zu suchen- waren die Fürsten, die Herrscher, die Könige, die Ritter wirklich alle so auf das äußere Erscheinungsbild fixiert?

Hinter dieser Holztür findet man kahle Wände, einen Bistrotisch mit Tuch, der lieblos vor einer Tür steht und wenn man herein kommt, weiß man nicht wohin man muss. Wie hier, die Rezeption? Solche zusammenhanglose Fragen stellen sich in meinem Kopf, da man hier keine Rezeption, keinen Tresen findet- nur eben dieser mit Stoff bezogene Bistrotisch, der ziemlich klapprig wirkt (es aber nicht ist!). Dann geht neben dem Tisch eine Tür auf und eine nette Dame grinst einen an und fragt, ob man mir weiter helfen kann (man muss ich verdattert ausgesehen haben ^^). Und dann kommt der Knaller- diese Tür ist wirklich die Rezeption!!! Damit hatte ich nicht gerechnet und schaute erstmal gar nicht weiter auf die Einrichtung & Co. Da fiel mir erst in den folgenden Tagen auf: etwas spärlich eingerichtet. Die Gänge sind nicht von Bildern der Urahnen gezeichnet und auch nicht von barocken Gegenständen. Ein kleines barockes Tischchen statt diesem Bistrotisch hätte schon Wunder bewirkt ;-)

Auch der Frühstücksraum ist zwar durch Essen, Trinken, Tische, Stühle und Menschen gut gefüllt, aber dennoch sind die Wände so kalt und man fragt sich wirklich, ob der frühere Herrscher auch solche kalten Wände hatte oder gar liebte?

Durch die Schlossführung durften wir ja einen kleinen Einblick bekommen und hier bekamen wir einen „restaurierten“ Raum zu sehen: mit gemalten Bildtapeten aus längst vergangenen Zeiten. Ganz wunderbar und es macht mir klar, dass die kahlen Wände nicht zum Gedenken an den früheren Herrscher da waren, sondern wegen dem Hotel. Sicherlich sollte ein Tagungshotel nicht zu überladen sein, aber dennoch wünsche ich mir ein paar Bilder an der Wand (sei es zum Beispiel vom jetzigen Team in barocken Kleidern- das fände ich eine super Idee!).

Dem etwas sterilen Ambiente, welches nicht zum Äußeren des Schlosses passt, passt sich etwas anderes an- der Geruch. Der Geruch im Hause ist ja immer sehr wichtig und dies ist zum Beispiel ein Teil des Hauses, welches man nicht auf einer Internetseite darstellen kann. Wir finden hier keinen Geruch von Möbelpolitur oder anderen etwas antik riechenden Dingen vor, sondern eher einen sterilen, ordentlichen Duft nach frisch gereinigten Gängen, Fluren und Zimmern. Die Reinigungskolonne macht ihrem Namen hier alle Ehre und ich finde es ja auch gut, wenn es Hotel auf die Reinigung achtet, doch ein bisschen Schlossflair sollte gelassen werden.

 

=== Das Zimmer & Das Bad ===

Wir bezogen unser Zimmer und waren schon von der Einrichtung und des Ambientes nicht mehr so erwartungsvoll in der Schlosserwartung. Und genau das bekamen wir: ein Standard-Doppelzimmer, wie wir es über den Groupon.de Gutschein gebucht hatten. Die Ausstattung war Standard, das allemal, aber warum auch nicht? Wenn das ganze anderen Schloss innen drin prunkig gewesen wäre, hätten sich hier die Augen während des Schlafs entspannen können. Besonders gefallen hat mir die angenehme Größe des Zimmers. Unser Zimmer hatte zwar eine relativ hohe Decke, aber dadurch wirkte der Raum auch sehr hell, obwohl nur ein kleines Doppelfenster vorhanden war.

Die Einrichtung war ebenso Standard und für unsere Augen nicht gerade schlossgerecht, aber dennoch war unser Zimmer nicht nur zweckmäßig, sondern auch irgendwie schön.

Wir bekam ein Zimmer mit: Doppelbett mit Besucherritze, Fernseher, mehreren Stühlen und einem Sessel, einem Einbaukleiderschrank aus Holz und einem eingebauten Schreibtisch aus Holz. Dies reichte uns für 2 Nächte aber vollkommen aus. Ich möchte hier zwar nicht unbedingt eine Woche übernachten, aber wenn man die meiste Zeit draußen verbringt, dann ist das trotzdem in Ordnung. Unser Bett war bequem und unter anderem deswegen kann ich mir trotz der nicht schlossgerechten Einrichtung einen längeren Aufenthalt vorstellen. Für ein Tagungshotel ist dieses Zimmer allerdings wirklich super!

Unser Bad hatte leider nur eine Dusche, aber auf eine Badewanne hoffe ich in Hotels eigentlich immer vergeblich. Trotzdem war die Größe der Dusche und allgemein die Größe des Bades ausreichend, so dass sich auch 2 Personen dort drin bequem bewegen konnten. Bei 2 Frauen ist dies ein wichtiges Kriterium ;-)

Alles in Allem hat uns unser Zimmer gefallen, denn man konnte bequem schlafen. Es war im Sommer nicht zu heiß und nicht zu kalt. Zudem ist mir noch etwas in einem Hotelzimmer sehr wichtig: Ruhe! Ich möchte nämlich meine Eindrücke des Tages in Ruhe verarbeiten können und nicht immer aufschrecken. Doch trotz geöffneten Fensters haben wir Ruhe gehabt. Unser Fenster öffnete sich zum Innenhof des Schlosses (so wie viele andere Zimmerfenster auch) und wir hatten Ruhe und somit einen erholsamen Schlaf. Toll.

 

=== Essen & Trinken ===

Man kann im Schlosshotel Thurnau zum größten Teil „nur“ Frühstück einnehmen. Es gibt nicht direkt im Schloss ein Abendlokal. Da dieses Hotel auch für Tagungen gut vorbereitet sein will und gleich die Musikhochschule Bayreuth mit beherbergt und dort des Öfteren Tagungen stattfinden, gibt es aber die Möglichkeit für Firmenfeiern & Co. einen großen Rittersaal mit Tischen & Stühlen zu füllen und hier ein Essen aufzubauen. Die Küche ist vorhanden. Wahrscheinlich lohnt es sich aber nicht für die Hotelgäste den großen Saal jeden Abend zu öffnen. Deswegen geht man für die Speisen am Abend oder am Mittag, entweder weiter in die Stadt hinein oder man geht einfach hinten Richtung Schlossgarten und findet dort ein kleines, aber feines Restaurant mit einem tollen Biergarten.

Aber nun möchte ich nicht weiter über das Lokal berichten, welches zwar zum Schloss gehört, aber nicht direkt zum Schlosshotel, denn in meinem heutigen Bericht möchte ich euch ja das Schlosshotel ein wenig näher bringen!

Im Schlosshotel selbst kann man also „nur“ Frühstück einnehmen. Dafür ist dieses Frühstück vielfältig, denn ich bekomme wie erhofft meinen leckeren kalten Kakao und meine Mutti bekam Kaffee. Außerdem gibt es noch Wasser (mit Sprudel und ohne Sprudel), Orangensaft, Apfelsaft, Multivitaminsaft und alle möglichen Teesorten zum Trinken. Reine Milch kann auch noch bestellt werden. Sein Frühstücksgetränk sollte man sich bei der Bedienung bestellen, denn es wird dann frisch für einen zubereitet. Das tolle fand ich hier: man bekommt sein Getränk in Tonkannen geliefert. Damit wird an die Töpferstadt Thurnau erinnert und ein klein wenig Schlossfeeling darf noch Einzug erhalten.

Das Essen kann man sich am Frühstücksbüfett, was ständig mit frischen Leckereien wieder aufgefüllt wird, selbst aussuchen. Das Frühstücksbüfett war ausreichend bestückt, denn man bekam von einem Ananasjoghurt bis zum Wallnussbrötchen alles. Ich fand das Rührei und den dazugehörigen Speck lecker, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es diese Frühstückspeise mittlerweile in jedem Hotel gibt. Egal ob man in Hamburg, in Thurnau oder im Allgäu ein Hotel besucht, überall gibt es Rührei mit Speck. Ich finde das lecker, keine Frage, aber ich muss es nicht haben, wenn ich dafür etwas Typisches für die Region bekommen kann.

Zum Essen & Trinken kann ich nur sagen: Thurnau schmeckt gut. Man schmeckt, dass man noch in Bayern ist (das ist jetzt doch wieder eher aufs Abendessen bezogen ^^) und es gab jederzeit nur frische, leckere und vielfältige Speisen. Auch am 2. Tag war das Frühstück nicht langweilig und man fand viele leckere Dinge, die man essen konnte. Meinen Kakao bekam ich am 2. Tag sogar schon ohne zu fragen :-)

 

=== Der Service ===

Mit dem Personal im Schlosshotel Thurnau waren wir sehr zufrieden. Schon bei der Reservierung war man sehr professionell mit uns umgegangen. Auch als wir dann aufgrund meiner Abschlussprüfung noch einmal umbuchen mussten, war das kein Problem. Gerade bei den Gutscheinen von Groupon erlebt man dies leider nicht immer. Doch mit dem Service braucht doch das Schlosshotel Thurnau so eine Marketingaktion gar nicht- oder doch?

Bei unserer Ankunft wurde zuerst ich, ich kam nämlich mit Zug und Taxi etwas eher als meine Mutti, und dann auch meine Mutti sehr nett begrüßt. Meine mitgebrachte Tasche durfte ich während meiner Wartezeit auf Mutti hinter der Rezeptionstür hinterlegen, so dass ich auf meinem Weg durch Thurnau nicht noch meine komplette Reisetasche mitschleppen musste.

Als meine Mutti dann ankam war auch unser Zimmer fertig und wir konnten es beziehen, wie es uns gefallen hat, das konntet ihr ja bereits vorher schon lesen. Man brachte uns zwar nicht direkt vor die Zimmertür, aber bis zum Aufzug, der in unser Zimmerstockwerk führte. Die Dame, die uns den Schlüssel überreichte, erklärte uns auch noch ein wenig die Wege im Schloss, so dass wir uns auf dem Weg zum Abendessen nicht verlaufen hätten können.

Besonders auf die Probe gestellt wurde der Service des Hotels durch meine Mutti, denn sie fragte direkt am 2. Tag nach einer Schlossführung, ob dies möglich sei. Sie wollte ja schließlich wissen, wo sie übernachtet hat und welche Geschichte dieses Schloss hat. Im Nachhinein betrachtet fand ich diese Idee sehr toll und auch die Führung war wirklich toll, wie ihr ja schon lesen konntet. Doch zuerst habe ich das gar nicht mitbekommen, denn meine Mutti machte das fast heimlich :-) Eine tolle Idee! Doch das Servicepersonal war sehr zuvorkommend und orderte eine Schlossführung, die von der Stadt gefördert wurde. Wir bekamen eine Dame, die sich mit der Geschichte der Region und mit dem Schloss mehr als gut auskannte. Doch wie das Servicepersonal dies arrangiert hat, das fand ich besonders gut. Meine Mutti wurde immer wieder als Ansprechpartnerin gesehen, denn sie hatte diese Führung ins Leben gerufen. Im Nachhinein nahmen ca. 8 Personen an der Führung teil, die sich auch darüber freuten zu erfahren, in welchem Haus sie übernachtet hatten. Der Service klärte mit meiner Mutti Zeitpunkt, Startpunkt, Ablauf und Preis der Führung, so dass wirklich keine Wünsche mehr offen waren. Das nenne ich Service und hier können sich einige andere Hotels mal eine Scheibe abschneiden!

Auch das Reinigungspersonal bekamen wir zu Gesicht, da wir auf dem Weg zum Frühstück an 2 Tagen an ihrem Reinigungswagen vorbei gekommen sind. Man sieht also auch hier, dass die Reinigung groß geschrieben wird! Auch das Reinigungspersonal sagte uns „Guten Morgen!“ und war sehr freundlich.

Der Service während dem Frühstück war auch zuvorkommend und machte sogar einen Sonderwunsch von mir möglich: ich bekam einen kalten Kakao statt einem Kaffee. Dies ist eigentlich immer möglich, aber nicht jeder Service reagiert auf solch eine Nachfrage positiv. Doch der Service vom Schlosshotel Thurnau war auch hier sehr zuvorkommend.

 

 

== °°FAZIT°° ==

Wir waren zufrieden und auch wenn es ein paar Kleinigkeiten gibt, wie z.B. das Ambiente und die fehlende prunkvolle Rezeption, würde ich jederzeit wieder im Schlosshotel Thurnau übernachten und durch die tolle Gegend wandern. Thurnau ist für mich ein Plätzchen des Urlaubs, mitten in Deutschland, natürlich nicht zuletzt auch wegen dem Schlosshotel Thurnau.

DESWEGEN: 4*Sterne und eine klare Empfehlung

 

Liebe Grüße,

eure Jasmin

Zwergenfarm in Sinningen an der Iller

=== Allgemeines ===

Jeden Tag von 1. März bis zum 31. Oktober könnt ihr die Zwergenfarm von 10 bis 19 Uhr besuchen.

 

Unter www.zwergenfarm-sinningen.de könnt ihr euch vorher über meinen Bericht hinaus informieren.

 

Die Adresse ist:

Zwergenfarm Sinningen

Am Hainback 6

88486 Kirchberg an der Iller (Sinningen)

 

Der Besitzer ist nur mobil, unter 0151-2350 7843 erreichbar.

 

=== Eintrittspreise ===

Erwachsene: 6 Euro

Kinder: 4,50 Euro

 

Gruppen ab 6 Personen:

Kinder: 4 Euro, Erwachsene; 5 Euro

 

Gruppen ab 11 Personen:

Kinder und Erwachsene: Preise auf Anfrage

 

Jahreskarte: 100,00 Euro (für Familien: 2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder)

 

Sonstige Preise:

Angler: 10,00 Euro

Ponyreiten für 10 Minuten: 4 Euro

 

Eine angebotene Lokomotiven Rundfahrt wird kostenlos angeboten.

 

=== Das Prospekt: was kann man hier alles erleben? ===

Natürlich haben wir uns bei unserem Besuch auch ein Prospekt mitgenommen und dort wird außer der kostenlosen Lokomotiven-Rundfahrt und dem kostenden Ponyreitenden noch folgende Dinge angeboten:

-          Gastronomie: ein kleiner Biergarten und ein überdachter Imbiss in einer Scheune bieten Gerichte für Groß und Klein an.

-          Veranstaltungen: Kindergeburtstage können hier gefeiert werden.

-          Spielangebote für Kinder

-          Baggersee für Hobbyangler

-          Abenteuerspielplatz (Rollenspiele, Verstecken, Spielen, Rutschen, Klettern, Hüpfen)

-          Streichelzoo: Entdecken, Erleben, Streicheln und Staunen versteht das Prospekt zu versprechen

 

Der Gedanke hinter der Zwergenfarm (entnommen aus dem Prospekt): „Mit einem großen Herz für Tiere, nimmt die Zwergenfarm herrenlose und nicht mehr gewollte Zwei- und Vierbeiner aus aller Welt bei sich auf und bietet ihnen ein liebevolles Zuhause.“

 

=== Die Zustände und die Erlebnisse ===

Doch genau hier, schon als wir von der Kasse raus (die ältere Dame, die nicht den besten Eindruck machte, vergessen wir jetzt mal) gingen, fingen die schlechten Eindrücke an. Die Dame wies uns extra auf den Stall hin, durch den wir komplett hindurchgehen können und genau dies machten wir dann auch als erstes. Was uns hier erwarten sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.

 

Wir mussten um das Stallgebäude erst einmal rum gehen und sollten dann schon einen Tiger (!) beobachten können. Nun das war nicht ganz der Fall. Ein Hund war in seinem Zwinger untergebracht und lag gelangweilt auf seinem Sessel. Dieser Sessel stand genau so, dass der Hund die anderen Tiere des Parks sehen konnte und auch direkt an den Gitterstäben, so dass er jeden Besuch beschnüffeln konnte. Das störte mich weniger, aber mein Osterbesuch bekam hier dann doch ein wenig Angst. Der angebliche Tigerstall war total dreckig und durch die Scheibe konnte man gar nichts sehen, außer den paar Pinkelspuren an der Glaswand. Das fand ich sehr eklig und dennoch traute ich mich an dem Stall zu riechen. Und ihr glaubt gar nicht, was mir da für ein Gestank entgegen kam. Der Gestank von altem Hundekot, der in der Sonne noch einmal warm gemacht wird…

 

Doch das sollte erst der Anfang sein. Nach meiner Riechaktion wollte ich meine Nase ein wenig frei bekommen und lief ein wenig and er frischen Luft herum. Ich wartete alleine ein wenig, bis meine Nase wieder frei wurde. Meine Mutti gesellte sich zu mir und als wir uns umdrehten sahen wir gemeinsam ein armes kleines Pony, was in einem Roundpen angebunden in der prallen Sonne stand. Als ob das noch nicht genug wäre, stand das kleine Pony ohne Wasser, ohne Fressen da und konnte seinen Kopf kaum bewegen, weil es so weit oben angebunden war. Zudem war es gesattelt und jederzeit bereit für 4 Euro 10 Minuten im Kreis zu laufen, sobald ein Kind die Lust verspürt auf einem Pony zu reiten.

Ich habe selbst schon Ponyreiten veranstaltet und bin als Kind auf Festen herum gelaufen, mit einem Pony in der Hand, aber so muss man das Pony nicht behandeln!!! Ich war geschockt.

 

Mein Besuch rief mich dann und ich ging nach ein wenig Hilfe für das Pony wieder weg und lief in den Stall hinein. Ich dachte ja schon, dass das mit dem Pony nicht das letzte Schlimme war, aber dennoch wurde ich noch einmal überrascht. Gleich an der linken Seite des Stalls steht ein wunderhübscher Haflinger. Dieser Haflinger wäre hübsch, wenn er sich nicht den ganzen Kopf an den Gitterstäben im ehemaligen Kuhstall aufgeschubbert hätte. Wenn das Pferd nicht den ganzen Tag hier drin stehen würde, dann hätte es auch keine schlimmen Hautstellen. Dazu kam noch, dass der Haflinger völlig gelangweilt in der Box stand und vor lauter Langeweile die streichelnden Kinder weghaben wollte. Er stieß sie weg und kein Personal guckte auch nur kurz mal nach den Pferden. Wenn man auf der linken Seite des Stalls ein wenig weiter schaute, konnte man ein noch viel mehr gelangweiltes Shetlandpony beobachten, was sicherlich auch öfters mal in der Sonne auf reitende Kinder warten musste. Danach kam noch ein hübsches Pferd, was immer wieder (unschön) mit dem Kopf wackelte, was auch ein sicheres Zeichen für schlechte Haltung der Tiere ist. Auf der rechten Seite des Stalls befinden sich anscheinend die Mutterboxen. Hier befand sich eine trächtige Shetlandponystute, eine trächtige Ziege und eine Ziege, die ihre Kinder schon bekommen hat. Diese Ziegen waren ansehnlich und schienen auch relativ zufrieden mit ihrer Box zu sein. Die trächtige Shetlandponystute allerdings hatte unübersehbar Schmerzen und keiner kümmerte sich um sie.

 

Dann konnte man in diesem Stall durch eine weitere Tür hindurchgehen und hier sollten wir wirklich unser blaues Wunder erleben. Eingesperrte Pfaue, die bei Hasen und Meerschweinchen in einem Käfig leben. Die Hasen und Meerschweinchen schienen sich zu stündlich zu vermehren, denn es schienen sehr viele zu sein und es waren auch einige kleine Häschen und Meerschweinchen zu sehen. Auch von dieser Art Haltung habe ich Ahnung, denn meine Schwester hat eine Widderkaninchenzucht und ich weiß, dass ein Kaninchenstall nicht so aussehen muss. Zumal hier ja nicht nur Kaninchen und Meerschweinchen zusammen gehalten werden, sondern wohlgemerkt im selben Stallabschnitt Pfaue, Tauben und andere Vogelarten. Zudem bekamen die Tiere sehr wenig Licht und richtige Futterstellen habe ich auch nicht ausmachen können. Besonders ein Pfau braucht Licht und genügend Futter. Ich möchte nicht wissen, was für eine große Infektionsgefahr in diesem Stall herrscht. Man kennt ja Krankheiten, die von Tauben übertragen werden. Aber es gibt auch genügend Krankheiten, die Kaninchen in ihrem Stall übertragen.

Dann gab es noch einige kleine Umzäunungen in der Scheune, so dass man hier auch noch in die Gehege reinlangen kann. Dort war dann wenigstens Futter zu sehen, Wasser und auch ein Häuschen, wo sich Kaninchen und Meerschweinchen verstecken können. Als mein Blick allerdings noch rechts schweifte, traute ich meinen Augen nicht.

Zwei wunderschöne Ara- Papageien waren eingesperrt in einem kleinen Käfig zwischen den Kaninchen gesessen. Die beiden hätte ich am liebsten gleich mitgenommen. Sie sind wunderbare Tiere und wunderschön anzusehen, aber nicht in einem solchen Gitterkäfig. Völlig eingeengt und beide haben mitleidig zu den Besuchern geschaut. Sicherlich sind diese ganzen Umstände für Kinder wahrscheinlich kaum zu sehen, aber selbst das behinderte Kind meinte bei den beiden Aras, dass dies doch nicht in Ordnung wäre und ich musste nur sagen: Ja, das ist absolut nicht in Ordnung!


In mitten diesem hinteren Teil der Scheune wartete dann noch eine Vogelvoliere auf uns. Diese war aber soweit ganz gut ausgestattet. Nur dass auch hier wieder sehr viele Tiere auf einem Haufen sind und sich schon gegenseitig stritten, weil sie kaum Platz haben. Für mich war diese Scheune absolut schlimm und ich musste wieder raus.

Ihr könnt euch diesen Geruch wahrscheinlich auch gar nicht vorstellen. Der angebliche Tigerkäfig mit seinem abartigen Geruch war ja schon schlimm. Aber diese Tiere hier alle in ihrem eigenen Mist (viele Tiere machen natürlich auch viel Dreck) zu sehen und zu riechen, das gab mir echt den Rest. Mit ein wenig Sonnenlicht hätte die Sache für die Tiere wahrscheinlich auch ein wenig besser ausgesehen, aber so wurde leider ein SEHR schlechter Eindruck hinterlassen.

 

Also schnell wieder nach draußen. Da sah ich wieder das arme Pony stehen und war schon so tief gerührt, dass ich ein wenig Gras für das Pony gesammelt habe. Das Pony bedankte sich mit Schmuseeinheiten und einem sehr traurigen Blick bei mir. Dann merkte ich, dass hinter diesem Roundpen eine Weide war und einige Tiere hiervon bewegten sich dann auch auf mich zu. Unter anderem auch ein Büffel. Dieser Büffel kam ganz nah an mich heran und sah sehr friedlich aus. So streichelte ich dann das erste Mal in meinem Leben einen Büffel und war überwältigt. Dieser Büffel genoss meine Streicheleinheit fast noch mehr, wie das Pony und ich gab auch ihm eine kleine Löwenzahnblume vom Wegesrand. Er freute sich richtig, wie er die Blume schmeckte und schmuste danach noch ein wenig mit mir. Wenn das Erlebnis nicht den traurigen Hintergrund einer Sandwiese gehabt hätte, dann wäre es ein wundervolles Erlebnis gewesen. Kinder haben hier sicherlich ihren Spaß, denn wer hat schon mal einen Büffel von nahen gesehen und dann auch noch gestreichelt. Dass der Büffel aber Hunger hat und immer etwas fressen muss, weil er ein Wiederkäuer ist, das wissen Kinder noch nicht.

Zum Glück, denn sonst würde diesen Park keiner besuchen.

 

Bis zu diesem Punkt dachte ich wirklich, dass es Animal Hording nur im Fernsehen und nur in Wohnung gibt, aber es geht auch anders. Auf 8ha werden zahlreiche Tiere gehalten, die entweder nicht zueinander passen oder hungern müssen. Man sieht, dass ein Tierfreund am Werk ist, denn man sieht fast an jeder Ecke den Versuch den Tieren zu helfen. Allerdings schafft ein Mensch alleine diese große Masse an Tieren nicht und deswegen ist der Park auch nicht mehr schön. Irgendwann resigniert ein Mensch und sucht sich leider keine Hilfe. Ich würde gerne helfen, besonders den Tieren, doch dazu muss der Mensch einsehen, dass es so nicht geht. Leider ist die Einsicht nicht da, sondern man schlägt hier draus sogar noch Profit. Nun diese Eintrittspreise sind für das Areal schon gerechtfertigt, denn als Kind kann man ja nun wirklich den ganzen Tag hier aufhalten. Wer gibt nicht gerne 4 bis 6 Euro aus, um den ganzen Tag Spaß zu haben?

Wenn ich Spaß gehabt hätte, hätte ich hierzu ja gar nichts gesagt, aber bei den armen Tieren, kann ich keinen Spaß haben und auch andere Erwachsene, die mit ihren Kindern unterwegs waren, waren im Stall sehr schockiert. 

 

Auf dem restlichen Park kann man Esel mitten im Fellwechsel beobachten, die leider nicht gebürstet wurden, auf dem Sand stehen und nichts Grünes haben. Sie bekommen auch nur verdrecktes Wasser zum Trinken und haben ein viel zu kleines Gehege für 4 oder 5 Esel.

Ganter laufen frei herum, die aggressiv sind und meinem Besuch sehr drängend hinterher gelaufen sind. Dazu kommt noch, dass Schildkröten neuerdings in kleinen mit Löcherdraht überdachten Zinkwannen gehalten werden und keinen Platz zu bewegen haben.

 

Draußen auf der Wiese mit den Lamas und den Rehen und den Ziegen und den Schafen wurde es zwar etwas besser, aber auch hier fiel auf, dass die Tiere allesamt einen traurigen Eindruck machten.

Aber eins muss man den Tieren lassen: trotz wenig Futter schmusen sie mit jedem und lassen sich sehr gerne fotografieren.

 

=== Das restliche Freizeitangebot… ===

… war in einem gepflegten Zustand und kann jederzeit von Kindern frei genutzt werden. Sogar der Teich für Hobbyangler ist gut angelegt und lädt zum Verweilen ein.

Das Gelände ist großzügig und man hat die Möglichkeit sich mit seinen Kindern völlig frei durch die „Natur“ zu bewegen. Wären hier nicht die armen Tiere gewesen.

 

 

== °°°FAZIT: Lasst es lieber bleiben °°° ==

Netter Park für Kinder und bestimmt gut geeignet, um den ganzen Tag hier zu verbringen. Wenn hier nicht die armen Tiere gewesen wären, die kaum Futter, Wasser oder geschweige denn Platz haben.

Meine Erlebnisse auf der Zwergenfarm sind durchweg negativ. Angefangen hat es mit einer unfreundlichen alten Dame, einem stinkenden und dreckigen Glaskäfig und aufgehört hat es mit hungernden Eseln, die sehr ungepflegt aussahen.

Nein, ich möchte hier nicht noch einmal hin. Es sei denn, ich darf den Tieren helfen, in welcher Weise auch immer.

 

Lieber Tierschutz, bitte unterbindet, dass hier weiterhin ungehindert Tiere aufgenommen werden dürfen und schaut mal danach, dass die vorhandenen Tiere gut verpflegt werden.

 

Ich bin danach mit meinem Besuch zu einem schönen See gefahren. Ich persönlich habe mir vorgestellt, dass die beiden hübschen Aras in den Sonnenuntergang fliegen, das arme Pony und der hübsche Haflinger zusammen mit mir am Ufer des Sees entlang reiten…

 

Geschockte Grüße,

eure nachdenkliche Jasmin